Setze dich einen Moment, beide Füße satt auf dem Boden. Leg eine Hand auf den Bauch, eine auf das Brustbein. Zwei weiche Atemzüge, dann zehn Sekunden Hand-zu-Hand-Anker. Richte den Blick in den Raum, benenne drei ruhige Linien. Summe leise einen Ton aus. So kommst du präsent, geordnet und zugänglich ins Gespräch. Notiere nach dem Termin, welcher Sinn dir heute am meisten half, damit du nächste Woche schneller in denselben Modus findest.
Beim Gehen: zähle Schritte in sanftem Rhythmus, vier ein, sechs aus. Spüre Socke, Schuh, Boden, den kleinen Abdruck des Fersenaufsatzes. Hebe den Blick von Zeit zu Zeit in die Weite und suche eine beruhigende Farbe. Vermeide Handy-Scrollen in diesen zwei Minuten. Wenn möglich, leg kurz eine Hand an die Jackentasche und spüre Druck. Diese Abfolge strukturiert Übergänge, gibt Energie zurück und verringert das Gefühl, nur hinterherzulaufen.
Dimme das Licht, setz dich bequem. Lege ein kleines Kissen auf den Bauch für gleichmäßigen Druck. Schaue weich auf eine warme Lichtquelle oder eine beruhigende Ecke im Raum. Summe drei lange Ausatmungen. Schließe kurz die Augen, spüre Nachklang, öffne wieder. Notiere zwei Sätze: Wofür ist heute Dankbarkeit spürbar, was darf loslassen. Diese kleine Sequenz hilft, den Tag zu runden, Schlafbereitschaft zu fördern und nächtliches Grübeln zu verkürzen.
Wähle Minimalvarianten: statt fester Berührung nur Hand in Nähe halten, statt Kerze ein warmes Bild, statt Summen stummes Mitatmen. Vergrößere räumliche Distanz zu Auslösern, öffne ein Fenster, erde über Bodenkontakt. Setze klare Zeitrahmen, beispielsweise drei Atemzüge. Prüfe danach: mehr Ruhe, gleich, oder zu viel. Passe entsprechend an. Dein Körper darf entscheiden. Notiere, was half, damit du in anspruchsvollen Momenten auf bewährte, sanfte Strategien zurückgreifen kannst.
Erkundige innerlich Erlaubnis: Möchte ich das jetzt, in dieser Intensität, an dieser Stelle? Sage dir selbst freundlich Ja oder Nein. Wenn du mit anderen übst, besprecht Grenzen, Pausen, Berührung nur mit Einverständnis. Ein ruhiger Rahmen, klare Worte und respektvoller Abstand verstärken Sicherheit. Erkläre kurz, warum du eine Minute schweigst oder summst, damit Missverständnisse gar nicht erst entstehen. So wird Erdung zu einer Kultur gelebter Rücksicht, nicht nur zu einer Technik.